• Benjamin Seegert

Mögen Frauen BlowJobs? Die Hysterikerin und der Penis


Man könnte annehmen, eine gewisse Weise der Bezeichnung mag hier wohl Grund der Verführung sein, dass gerade jene Frauen eine Lust an der oralen Befriedigung, in diesem Falle den Blow Jobs haben, jene in der oralen Phase das Gro ihrer Libido untergebracht haben. Doch sitzt man hier einem Trugschluss auf, nicht nur weil die orale Phase im starken Maße noch keinen Zugang zur konkreten Sexualität aufweist. Doch besonders, da der Penis, um den sich ja der Blowjob dreht, als Objekt des Begehrens, überhaupt erst zu einem späteren Zeitpunkt in das Feld der Aufmerksamkeit, und damit des Konfliktes gerät.

Mein Alter und mein doch etwas unsteter Lebensstil was Frauen anbetrifft, so auch ein Blick in die psychoanalytische Theorie, sollen hier als Mittel der Herleitung dienen, um die These zu rechtfertigen, dass die Gruppe der Frauen, die sich mit größter Lust und Hingabe, auch Kompetenz der Fellatio, also dem Blowjob widmen, nicht die oral fixierten Frauen sind, sondern die Hysterikerinnen.

Nicht selten, wenn es zum Geschlechtsakt kommen soll, ist es der Hysterikerin unmöglich oder schwer diesen zuzulassen oder zu genießen, und statt feucht zu werden, verkrampft sie, kann das Eindringen nicht schmerzfrei zulassen, geschweige denn Genießen. Trotz dieser Abwehr gegen das Eindringen, zumindest das Vaginale, spielt die Sexualität bei den meisten Hysterikerinnen eine nicht geringe Rolle. Es scheint fast ein Paradoxon, dass die Art und Weise der Hysterikerin meist unheimlich sexualisiert ist, doch wenn es zum Akt kommt, dieser nicht stattfinden oder von der Frau genossen werden kann. Diese starke Sexualisierung macht jedoch auch Sinn, da die Hysterikerin die phallische Phase bereits erreicht hat, das Sexualorgan, die Sexualität spielt bereits eine reale und signifikante Rolle, jedoch wird die Einsicht in die Abwesenheit des eigenen Penis bekämpft. Die Hysterikerin hält an der Idee der Existenz eines eigenen Phallus fest, und die damit verbundene Aktivität ihres sexuellen Handelns, und jedes Eindringen in die Vagina, wäre praktisch eine Art Gefährdung dieser unbewussten Phantasie. Damit muss die Frau also Verkrampfen, darf den Mann nicht vaginal eindringen lassen. Hingegen die Bereitschaft gegenüber einem analen Eindringen scheint oft überraschend nüchtern, ist dies ja kein Angriff auf die Phantasie des Besitzes eines Phallus.

Nun steht die Sexualität trotz dessen im großen Maße im Raum und die Frau, die phallische Phase ist ja Teil des Ödipuskomplexes, kämpft gegen die Mutter um den Vater, bzw. um den Mann als Partner, der an die Stelle des Vaters gerückt ist. Die Hysterikerin will praktisch den Penis des Vaters erobern, wehrt sich aber dagegen die Position ihrer Mutter einzunehmen. Damit bleibt ihr nichts anderes übrig, als den Schritt über den Blowjob, oder andere Befriedigungsweisen als der vaginalen zu gehen. Dabei scheint jedoch der Blowjob im Fokus dieser Alternativsetzung. Es ist eine Version aktiv zu bleiben, gleichzeitig das mütterlich versorgende auszuleben und darüber hinaus, wie in meinem Video über den Blowjob bereits betont, ein Spiel mit der Phantasie des Penisraubes. Zwar habe sie als Frau keinen Penis, aber sie kann ihn tatsächlich besitzen, zumindest erobern. Der Raub, in Anbetracht dessen, welche große Bedeutung Blowjobs für viele Männern haben, geschieht auch auf abstrakter Ebene. Die Frau raubt den Penis in dem Sinne, dass der Mann seine Lust an anderen Frauen verliert, sie besitzt ihn nun, kastriert ihn damit in gewisser Hinsicht.


"Für Männer ist Liebe nichts anderes als die Dankbarkeit für das Vergnügen, das sie bekommen." Michel Houellebecq

Der Genuss für die Frau im Bezug zum Blowjob ist ein abstrakter Genuss. Wäre es eine rein physiologische Freude, die die Frau empfindet, könnte sie den lieben langen Tag an allem möglichen Lutschen, brauchte dafür keinen Penis. Die Lust kommt über die Abstraktion und über den Anderen. Es ist ein Akt des Schenkens, und des Nehmens, des Penisraubes, der jedoch völlige Kontrolle ermöglicht, dadurch dass sich der Mann in die (Mund-)höhle des Löwen begibt. Die Frau genießt abstrakt, über die Identifikation mit dem Anderen.

Nicht selten erkennt man die Hysterikerinnen daran, dass sie darüber hinaus in den Beziehungen, trotz der stark aufgeladenen Sexualität, in gewisser Hinsicht verkindlichen. Sie werden nicht selten zu „Papas“ kleinen Mädchen, kleiner Tochter, wenn sie ihn erst durch die Blowjobs erobert haben, unterliegen damit aber auch dem Inzesttabu. Repräsentiert der Freund erst den Vater, wird die tatsächliche Sexualität immer randständiger. Die Neigung zum Kuscheln mit dem realen Papa, oder dem Freund im Sinne eines neuen Papas, das dauerhafte Pyjama tragen zuhause oder auch die Verkindlichung der Stimmfarbe, sowie die von mir verhasste Farbe Pink, bzw. Rosa, sind wohl nur einige Zeugnisse dieser Konfliktsphäre. Die Farbe Rosa, das sogenannte Schweinchenrosa, bleibt dann das einzige Zeugnis, der doch nicht minder triebhaften und sexuell breit aufgestellten und willigen, man könnte sagen, schweinischen Gemengelagen im Begehren dieses Mädchens/dieser Frau.

Meine Erfahrung zusammenfassend, die psychoanalytische Theorie soll hier meine Nachhut sein: umso vaginal verkrampfter die jeweilige Frau, bzw. Hysterikerin war, mit der ich verkehrte, um so leidenschaftlicher, zumindest in den meisten Fällen, hat sie sich der Fellatio gewidmet.

Letztlich, und das soll in all der analytischen und von mir verallgemeinernden Betrachtung nicht vergessen werden, ist der Einzelfall das Maß aller Dinge und entscheidet über die Ausgestaltung und Begründung der jeweiligen Struktur des Begehrens. Wilhelm Stekel beschreibt z.B. anschaulich einen Fall, in dem die Lust der Frau an Fellatio eigentlich ein verdrängtes homosexuelles Begehr bedeutete. Den ersten Blowjob hat jene Frau gegeben, von der Stekel berichtet, als eine andere Frau anwesend war, für jene die erste Frau eigentlich sexuelles Begehr empfand. Da es jedoch nicht zum homosexuellen Akt kam und die Frau selbiges Begehr verdrängte, war der Blowjob eine Art Deckerinnerung, die immer wieder aufgerufen wurde, weil darüber die Phantasie des homosexuellen Aktes genossen/erinnert werden konnte. Also anders gesagt, es machte die nämliche Person geil, Blowjobs zu geben, nicht des Blowjobs wegen, sondern der Erinnerung, zwar nicht im Bezug zum Inhalt, aber an die Erregung, die sie verspürte, also wegen der anderen Frau, die sie eigentlich begehrte.


Autor: Benjamin Seegert

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